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Legends

Hinweis: Die Rezension bezieht sich auf einen Legends-Roman!

Die Thrawn-Trilogie gehört unzweifelhaft zu den Grundsteinen des Legends-Universums. Dutzende Bücher, teilweise sogar ganze Romanreihen, bauen auf den Figuren auf, die Timothy Zahn 1991 zum Leben erweckt hat. Ihm ist es gelungen, das etwas in die Versenkung geratene Star-Wars-Franchise mit nicht nur einem, sondern ganzen drei Büchern wieder zum Leben zu erwecken und Millionen von Fans wieder aufs Neue dafür zu begeistern. Zu Beginn der letzten Rezension haben wir uns kurz darüber unterhalten, was ein Autor beim Schreiben des zweiten Bandes eine Trilogie beachten muss. Heute soll es aus gegebenem Anlass darum gehen, was ich von dem abschließenden Teil der Thrawn-Trilogie erwarte.

Zahn hat es auf fantastische Weise geschafft, einen interessanten Ausgangspunkt für sein erstes Buch zu finden und eine spannende Handlung zu entwickeln. Er hat die Atmosphäre der Kinofilme in seinen Büchern widergeben können und den bereits bekannten Filmhelden innovative neue Figuren zur Seite gestellt. Der Autor hat deutlich machen können, dass ihm das Schreiben der Bücher Freude bereitet hat und er sich bestens im SWU auskennt. Jetzt kommt es im dritten Teil darauf an, die noch offenen Handlungsstränge kreativ zu verknüpfen, den entscheidenden Grundstein für eine Alles-oder-nichts-Situation zu legen und die Handlung zu einem fulminanten Ende zu führen. Und da es Star Wars ist, erwarte ich natürlich eine gewaltige Schlacht als Höhepunkt ;-)

Heute möchte ich für euch „Das letzte Kommando“ rezensieren. Wie immer, zuerst einmal die wichtigsten Fakten:

Das letzte Kommando

Deutsches Cover

  • Star Wars: Das letzte Kommando wurde von Timothy Zahn geschrieben und im Mai 1993 bei Bantam Spectra in den USA erst-veröffentlicht. Die Auflage, die ich rezensieren werde, ist die vollständig überarbeitete Neuauflage, sprich die deutsche Jubiläumsausgabe.
  • Diese Version hat 576 Seiten und wurde von Thomas Ziegler übersetzt. Sie ist seit 17. März 2015 für 9,99 € (Preisempfehlung des Verlags) bei Blanvalet in Deutschland erhältlich. (Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!)

Und bevor es losgeht - für diejenigen, die meinen Rezensionsstil noch nicht kennen, das sind die wichtigsten Kriterien:

Bilbringi
Aufbau meiner Rezension/Bewertungskriterien

Kriterium

  • Story
  • Relevanz
  • Leseerlebnis
  • Sprache
  • Schlüssigkeit
  • Zusatzpunkte
Maximale Punktzahl
  • 20
  • 15
  • 30
  • 15
  • 10
  • 10
Maximale Gesamtpunktzahl
100
Die Story
Das letzte Kommando Jubiläumsausgabe

Das Cover der Jubiläumsausgabe von Das letzte Kommando passt perfekt zu denen der anderen beiden Teile, welche ich hier und hier rezensiert habe. Dieses Mal prangt das Symbol der Galaktischen Republik auf dem Buchumschlag, von dem ein braun-gelber Farbverlauf ausgeht. Mit der Inhaltsangabe bin ich größtenteils einverstanden, bis auf ein paar Schönheitsfehler wie „Cloning-Zentrum“ anstatt Klon-Zentrum.

Das eigentliche Werk beginnt wieder mit der Blanvalet-Übersichtsseite und der Roman-Timeline; die Widmung gilt Zahns Unterstützern samt George Lucas. Die Handlung zieht sich bis zur letzten Seite durch; es fehlen die sonst immer vorhandenen Werbeseiten für ähnliche Werke, worüber ich mich aber nicht beklagen kann.

Das letzte Kommando spielt etwa einen Monat nach Die Dunkle Seite der Macht: Nachdem das Imperium die Katana-Flotte erlangen konnte, steht Thrawns entscheidender Großoffensive gegen die Neue Republik nun nichts mehr im Wege. Mit der für ihn so typischen Hinterlistigkeit erobert er nach und nach wichtige Mitgliederwelten der Neuen Republik und nutzt dabei weiterhin die streng geheimen Informationen, die ihm seine Delta-Quelle auf Coruscant beschafft, und die schier uenrschöpfliche Anzahl an neuen Klonen, die mithilfe der Spaarti-Zylinder in weniger als einem Monat erschafft werden können. Allerdings hat er noch immer mit der Kontrolle über den wahnsinnigen, selbsternannten Jedi-Meister Joruus C'Baoth zu kämpfen, der sich eigenmächtig zum neuen Imperator ernannt hat und mit Thrawns Soldaten macht, was er will. Nichtsdestotrotz gelingt Thrawn ein Überraschungsangriff auf Coruscant, der die Hauptwelt der Republik in Angst und Schrecken versetzt. Die aus den vorherigen Bänden bereits bekannten Helden sind gezwungen, einen letzten, verzweifelten Versuch, Thrawn aufzuhalten, zu unternehmen und machen sich auf den Weg hinter die feindlichen Linien, wo ihre größten Gegner bereits auf sie warten...

Mehr möchte ich zur Story eigentlich gar nicht sagen - ihr seid auch so schon genug gespoilert worden. Da meine Erwartungen jedoch voll und ganz erfüllt wurden und ich die Idee mit dem Angriff auf Coruscant sehr gelungen fand, gibt es von mir 20 von 20 Punkten.

Relevanz

Das Buch ist ein absolutes Muss für jeden, der bereits die vorherigen Bände verschlungen hat. Die Geschichten mehrerer Hauptcharaktere finden in dem Band ihr vorzeitiges Ende und auch ansonsten führt kein Weg an dem Buch vorbei, wenn man wissen will, was aus den in Band 1&2 neu eingeführten Figuren wird. Ein besonderes Ereignis im Hause Organa-Solo wird noch jahrelang das Legends-EU prägen. Daher auch hier volle Punktzahl: 15 von 15 Punkte.

Schlacht von Coruscant (8 NSY)
Leseerlebnis

Erinnert ihr euch noch daran, dass ich bei der letzten Rezension bezüglich der Spannung gemeckert habe? Erfreulicherweise nimmt die Handlung in Band 3 wieder richtig Fahrt auf und gerade zum Ende hin wird es sehr episch. Einige Szenen haben sich jedoch etwas zu lange hingezogen und hätten genauso gut verkürzt werden können. Da man darüber aber hinwegschauen kann, gibt es von mir 27 von 30 Punkten.

Sprache

Hier kann man nicht mehr sagen als dass Timothy Zahn seinem Stil treu bleibt. Die Actionszenen am Ende sind dieses Mal aber besonders bildhaft beschrieben worden, daher 13 von 15 Punkte.

Schlüssigkeit

Auch im letzten Teil seiner Trilogie schafft Zahn es, die Auren rund um die Filmhelden einzufangen und auf den Buchseiten wiederzugeben. Die Lichtschwertszenen sind sehr "realistisch" und durchdacht gestaltet worden und man bekommt auch neue Aspekte der Macht zu Gesicht. Die unterschiedlichen Handlungsstränge werden auch hier wieder hervorragend verknüpft und bringen die einzelnen Helden zusammen. Zwei Szenen fand ich jedoch etwas enttäuschend: zum einen hätte ich mir mehr von der Auflösung des Delta-Quellen-Geheimnisses erwartet, zum anderen bin ich mit dem Schicksal eines Hauptcharakters nicht ganz zufrieden. Die Comic-Version des Buches ist wieder sehr empfehlenswert, da sie gerade bei der Rolle eines Noghris noch einmal für Durchblick sorgt. Für die Schlüssigkeit vergebe ich unter Berücksichtigung der aufgezählten Aspekte 9 von 10 Punkten.

Zusatzpunkte

Leider wurde auch diese Auflage nicht vom Autor kommentiert wie Erben des Imperiums und enthält bis auf das Cover aus meiner Sicht auch nichts, was den Titel „Jubiläumsausgabe“ in besonderer Art und Weise rechtfertigt. Gerade beim Ende wäre eine Stellungnahme des Autors sehr interessant gewesen und so bleibt den neugierigen Lesern nichts anderes übrig, als im Netz nach Interviews zu kramen. Daher dieses Mal keine Zusatzpunkte.

Mit Das letzte Kommando erhält die Thrawn-Trilogie ein würdiges Ende und einen epischen Schluss. Der Grundstein für das post-Endor-EU ist nun gelegt worden und macht Neueinsteigern Lust auf weitere Legends-Werke aus dieser Epoche.

Timothy Zahns Star Wars: Das letzte Kommando erhält von mir
8.4 von 10 Punkten!