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Bilar, in der Mehrzahl Bilars, sind eine intelligente Spezies vom Planeten Mima II. Sie gelten manchen als die niedlichsten, anderen hingegen als die bizarrsten Wesen der gesamten Galaxis.

Beschreibung

Körperbau

Bilars sind etwa einen Meter große, mehr oder weniger aufrecht gehende Lebewesen. Ihr Körper ist völlig haarlos, die Haut rosafarben und faltig. Zwei halbrunde Ohren sitzen auf der Oberseite des kugelförmigen Kopfes, und ein Paar dunkler Augen befindet sich unter feingeschwungenen Brauen. In der Mitte des Gesichts ragt eine schwarze, feuchte Nase aus einer kurzen Schnauze hervor, und die dünnen Lippen sind zu einem beständigen Grinsen nach oben gezogen. Im Vergleich zum übrigen Körper sind die Arme eines Bilar lang und wirken daher schlaksig. Bilars können so durch leichtes Vorbeugen ihre Gangart von zweibeinig auf vierbeinig umstellen.

Lebensweise

Auf dem Planeten Mima II liegt der Ursprung der Bilars. Der kleine tropische Planet umrundet die Sonne Lar, die ihm orangefarbenes Licht spendet. Der seismisch sehr aktive Planet bildet ständig alle Bausteine des Lebens, und im Zusammenwirken mit der intensiven elektromagnetischen Strahlung, die von Lar ausgeht, führte dies zu einer förmlich überquellenden Lebensfülle auf Minar II. Eine Dschungellandschaft von gelben, blauen und sogar grünen Pflanzen erhebt sich hunderte von Metern in den Himmel des Planeten, darin finden sich Dutzende von Ebenen und Lebensräumen.

Herrscher dieses Dschungels sind erstaunlicherweise die Bilars, rosafarbene Primaten, die im dichten Gestrüpp ebenso zuhause sind wie sie sich an ihren langen Armen durch die Baumwipfel hangeln können. Sie sind furchtsame Pflanzenfresser, deren Verteidigung vornehmlich in der Flucht besteht. Rückt ein Feind am Boden an, so klettern sie auf einen Baum, schwingt sich ein Gegner durch die Wipfel, so lassen sie sich zu Boden fallen. Es wird berichtet, dass Bilars schon in einen reißenden Fluss gesprungen sind, um einer Riam, einer bösartigen fliegenden Schlange zu entkommen, die einen Bilar im Ganzen verschlingen kann. Ihre Ohren sind empfindlich auch für den Infra- und Ultraschallbereich und können in unterschiedliche Richtungen geschwenkt werden, die großen dunklen Augen sind hervorragend an das dämmerige Licht des Dschungels angepasst und nehmen den größten Teil der verfügbaren Helligkeit wahr, einschließlich infraroter Frequenzen.

Da jedoch diese Anpassung nur bedingt dazu taugt, ihre Umwelt zu beherrschen, ist der evolutionäre Erfolg der Bilars auf ihre soziale Lebensweise zurückzuführen. Um zu überleben, essen und schlafen Bilars in Gruppen, damit es mehr Augen und Ohren für mögliche Fressfeinde gibt. Dieses Verhalten ist bei den Bilars genetisch verankert, und ihr Fortpflanzungszyklus ist so eingerichtet, dass alle Individuen einer Generation nahezu gleichzeitig gezeugt und später auch geboren werden. Bilars, die mit einem Abstand von wenigen Minuten geboren sind, entwickeln telepathische Verbindungen untereinander, durch die sie Gedanken austauschen und sich zu einem kollektiven Bewusstsein, claqa genannt, verbinden können. Hierbei scheinen Pheromone und körperliche Nähe eine Rolle zu spielen, aber auch eine bislang unerklärte Fähigkeit zum Gedankenlesen. Erforderlich ist dabei der Blickkontakt mit mindestens einem anderen Angehörigen der claqa. In einer solchen claqa sind die einzelnen Individuen nicht voneinander zu unterscheiden, sodass eine solche Gruppe als ein einziges Individuum erscheint und von Nicht-Bilar auch so betrachtet wird.

Wesen

Bilars sind sehr neugierige Wesen und besitzen kaum aggressive Züge, aber auch wenig Erfahrung von Mangel. Sie haben ein fröhliches Naturell und probieren alle möglichen Dinge aus. Werden sie jedoch enttäuscht oder leiden sie Mangel, so können sie kleinlich werden und sich wie ungezogene Kinder aufführen.

Kultur

Die Wirkung des Gesamtbewusstseins der Bilars beeindruckt Forscher immer wieder. Ein einzelner Bilar besitzt in der Regel die Intelligenz eines Nagetiers, verbinden sich zwei von ihnen gedanklich, so verdoppelt sich die Intelligenz und entspricht etwa der eines domestizierten Hundes oder Pferdes. Drei Bilars sind wiederum doppelt so intelligent, das entspricht der Intelligenz eines niederen Primaten. Eine claqa von vier Bilars entwickelt so etwas wie Bewusstsein, sie ist zu abstraktem Denken und dem Gebrauch einfacher Werkzeuge in der Lage. Sieben Bilars in einer claqa - das kommt häufig vor - sind nach den Maßstäben anderer intelligenter Wesen bereits ein Genie. Es ist eine claqa von zehn Bilars dokumentiert, sie trug den Namen Unni Yerudi, wurde ein berüchtigter Trickbetrüger, besaß sieben Clubs in der Wolkenstadt und war schließlich das reichste Wesen des Sektors (eine claqa wird, unabhängig von der Zahl ihrer Mitglieder, als einheitliches Individuum angesehen).

Claqas mit fünf oder mehr Mitgliedern leben meistens in Städten, die sich wegen der heftigen seismischen Aktivitäten von Mima II im ruhigeren Zentrum von Kontinentalplatten befinden. Auch diese Städte besitzen einen solchen Reichtum an Pflanzen, dass ein hungriger Bilar nur in den nächsten Park zu gehen braucht, dort auf einen Baum klettert und sich einige Früchte pflückt.

In Gedankenexperimenten wurden die Möglichkeiten des kollektiven Bewusstseins so weit ausgedehnt, als ob es sämtliche Angehörige der Spezies einschließe und so einen „Superverstand“ bilde. Auseinandesetzungen zwischen den claqas können hierbei vernachlässigt werden, dies betrifft jedoch keine andere Spezies als die Bilars.

Doch bringt ein solches Gruppenbewusstsein auch Nachteile mit sich. Stirbt ein Mitglied der claqa, so löst dies bei den anderen Angehörigen Trauer oder sogar Starre aus, was oft die Auflösung der claqa zur Folge hat. Ferner wirkt das Gruppenbewusstsein der Bilars auf andere Wesen so beängstigend, dass Bilars häufig Anfeindungen ausgesetzt sind.

Die Technologie der Bilars kommt noch ohne Atomkraft aus und ist auf Massenproduktion gegründet. Die Spezies hat binnen kurzer Zeit eine fortgeschrittene industrielle Kultur entwickelt, was wohl daran liegt, dass Bilars keinen Gedanken an ihren Nahrungserwerb verschwenden müssen.

Händler meiden Geschäftsbeziehungen mit Mima II, zum einen wegen des unberechenbaren Wesens der Bilars, die als claqa in Verhandlungen einen Vorteil ohnegleichen besitzen, zum anderen, weil Mima II nichts zu bieten hat, das nicht auch anderswo zu erwerben wäre und daher wenig Aussicht auf Gewinn besteht.

Bilars sind äußerst selten außerhalb ihres Planeten anzutreffen, denn sie können es sich kaum leisten, Mima II zu verlassen, wobei ihre geringe Größe ihnen einen Preisvorteil bei der Beförderung verschafft. Dennoch haben einige claqas, wie zum Beispiel Unni Yerudi, Wege gefunden, um den Planeten zu verlassen. Selbst dann ist es selten, dass eine claqa für längere Zeit dem Planeten fernbleibt, da das Leben auf Mima II wesentlich einfacher ist als in anderen Gebieten der Galaxis.

Quellen