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Nick Gillard (* 1959) ist ein US-amerikanischer Stuntman, Stuntkoordinator, Second Unit Director und Schauspieler. In Filmkreisen als The Swordsmaster bekannt, war er der Stuntkoordinator für die Star-Wars-Episoden I-III und spielte in Episode III – Die Rache der Sith den Jedi Cin Drallig.

Biografie

Die Stunt-Karriere von Nick Gillard begann eher zufällig: Nachdem seine Eltern beschlossen hatten, Gillard auf einer Militär-Akademie erziehen zu lassen, brannte er dort kurzerhand durch, und schloss sich einem Zirkus an. Vier Jahre später war er ein gefeierter Pferde-Artist und mit dem Moskauer Staatszirkus auf Tournee. In dieser Zeit erhielt Gillard sein erstes Film-Angebot: Er sollte einen Reiter für den Film Der Dieb von Bagdad doubeln. Gillard nahm das Angebot kurzerhand an und erkannte, dass er hier Geld mit dem verdienen konnte, was er täglich tat. Er blieb in der Filmbranche und verdiente sich fortan bei vielen kleineren Filmproduktionen als Stuntman seinen Lebensunterhalt.

Der erste Kontakt mit Star Wars hatte Gillard 1976. Mark Hamill selbst hatte sich Gillard als Stunt-Double ausgesucht und so doubelte er den Darsteller des Luke Skywalker in verschiedenen Action-Sequenzen. Gillard, welcher lange Zeit Schwertkampf als Hobby praktizierte, wirkte auch beratend bei den Schwertszenen zwischen Darth Vader und Obi-Wan Kenobi. Während Mark Hamill in Episode V – Das Imperium schlägt zurück noch von einem anderen Stuntman gedoubelt wurde, besann man sich später auf die Schwertkünste von Nick Gillard und engagierte diesen für den Schwertkampf zwischen Luke Skywalker und Darth Vader.

1999 war Gillard wieder mit von der Partie, diesmal als verantwortlicher Stunt-Coordinator für den gesamten Film, Episode I – Die dunkle Bedrohung. Das Drehbuch sah zwei neue Jedi-Ritter vor, die in der Blüte ihrer Kampfkunst standen, sowie einen Bösewicht, der eine – bislang noch nicht gezeigte – Schwerttechnik zeigen sollte. Gillard kreierte hierfür einen völlig neuen Schwertstil, welcher jedoch ungemein realistisch aussah: „Der Vorteil des Laserschwertes war, dass man es problemlos nur mit einer Hand führen konnte – somit waren dramatische Bewegungen möglich, die dem Kampf eine unglaubliche Geschwindigkeit gaben.“

Gillard erinnert sich: „Die Jedi-Ritter benutzen ihre Laserschwerter als einzige Waffe, die sie bei sich führten. Das Problem des Schwertes ist jedoch, dass es eine Waffe mit nur sehr kurzer Reichweite ist. Bei einer Verteidigung gegen Laserwaffen musste somit ein sehr schneller und dynamischer Kampfstil erdacht werden, bei dem jeder Schlag zählt. Wir hatten mit Liam Neeson und Ewan McGregor die vollkommen richtige Wahl getroffen. Beide waren nach dem Training so schnell mit dem Schwert wie alle unsere Stuntleute.“

Die Begegnung mit Ray Park war für Gillard ein großer Moment, wie er heute noch zugibt: „Ray war ursprünglich als Stuntman geplant. Bei unserem ersten Treffen wusste ich nur, dass er verschiedene Kampfsportarten betrieb und sich auch mit Schwerten auskannte. So bat ich ihn, uns etwas zu zeigen. Nach der kurzen Präsentation seiner akrobatischen Bewegungen und seiner Kampfkünste war mir klar, dass er prädestiniert ist, für die Rolle des Darth Maul. Ray musste jedoch seine Bewegungen zügeln, als es um die Choreographie des Kampfes mit Neeson und McGregor ging, da beide mit seiner Geschwindigkeit und Akrobatik nicht mithalten konnten. Aus diesem Grund sind die wirklich akrobatischen Bewegungen und Sprünge nicht direkt mit den beiden Schauspielern gedreht. Das Risiko einer Verletzung beider Schauspieler wäre uns hier zu hoch gewesen.“

Gillard setzte bei der Planung der Schwertkämpfe auf das Verständnis der Bewegungen bei den Schauspielern. Kurze, schnelle Einstellungen um eine Dynamik des Kampfes zu erzeugen, wollte er vermeiden, er vertraute darauf, dass die Schauspieler einen gesunden Respekt hatten, bei dem, was sie taten. „Angst und Vertrauen ist hierbei recht gut,“ meint Gillard, „sie hilft einem selbst, auf dem Teppich zu bleiben.“

Der Respekt vor den Gefahren seiner Tätigkeit waren auch letztlich der Grund, warum Gillard bis heute keine schwereren Verletzungen erlitt, obgleich er verschiedene Stunt-Weltrekorde hält, wie z. B. ein 200 Fuß weiter Sprung mit einem Power-Boot über zwei Brücken im Film Verfluchtes Amsterdam, oder einen zweiminütigen Feuerstunt, in dem Gillard keine Möglichkeit hatte zu atmen, für den Film Alien III.

Für die Dreharbeiten von Episode II nahm Gillard für die Arena-Kampfszenen, bei der viele Jedi-Ritter kämpften, ausgebildete Schwertkämpfer als Stuntmen mit hinzu. Es war notwendig zu zeigen, dass die Jedi-Ritter verschiedene Kampfstile hatten: Die Jedi hatten sich dazu entschlossen, weiterhin ihre Schwerter einzusetzen, selbst nachdem die gesamte Galaxis nun Feuerwaffen einsetzte. So mussten sie Meister mit dieser Waffe sein und nahezu jeden möglichen Kampfstil beherrschen.

Eine weitere Herausforderung bei der Produktion von Episode II war, dass es nun viele Kinder gab, die "Jünglinge", welche die angehenden Jedi-Ritter darstellten. „Dutzende von Kindern, die durch ihre Helme nichts sehen konnten und Laserschwerter in der Hand halten - das ist schon eine verdammt gefährliche Sache,“ scherzte Gillard in einem Interview. „Wir sahen uns etwa 100 Kinder an und wählten hiervon 20 aus und drehten mit diesen einen ganzen Tag. Es war eine tolle Arbeit, auch wenn ein Mädchen mir in der Pause voller Übermut auf den Rücken sprang, mich biss und mir mit dem Laserschwert auf den Kopf schlug.“

Auf den finalen Schwertkampf zwischen Anakin Skywalker und Obi-Wan Kenobi in Episode III angesprochen, kommt Gillard ins Schwärmen: „Das war unsere größte Aufgabe: Zwei der besten Jedi-Ritter, bis ins Letzte motiviert, diesen Kampf zu gewinnen - dafür benötigten wir eine noch größere Dynamik in den Bewegungen und eine noch schnellere Kampftechnik.“ Gillard arbeitete mehrere Monate an der Planung des Kampfes, unterstützt von 3D-Programmen mit deren Hilfe er jede Einstellung vorab planen konnte. „Dennoch waren die Kämpfe selbst sehr anstrengend,“ meint Gillard dazu. „Wir drehten den gesamten Kampf vor einer Greenscreen. Es waren hunderte von Einstellungen, teilweise sehr komplizierte Shots, die wir mehrfach wiederholen mussten. Dennoch: Letztlich bekamen wir alles in den Kasten und das Ergebnis hat uns alle überwältigt.“

Gillard – auf seine Star-Wars-Erfahrungen angesprochen - schwärmt noch heute von den Filmen: „Sie waren sehr gut geschrieben und die gesamte Ausstattung, der used look, haben mich überwältigt.“ Dies und der Umstand, dass die Spezialeffekte die Geschichte trugen, war der Grund, dass Gillard noch heute ein großer Star-Wars-Fan ist. So wurde er des öfteren mit einem Laserschwert in seinem Büro gesehen, was er - nach eigenen Angaben - natürlich nur für Studienzwecke benötigt, wie er scherzend meinte.

Filmauswahl

Als Stuntman/Stuntcoordinator:

Als Schauspieler

  • Jäger des verlorenen Schatzes (Deutscher Soldat) (1981)
  • Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (Panzerführer, der vom Periskop getroffen wird) (1989)
  • Star Wars - Episode III - Cin Drallig (2005)

Trivia

Der Name des von Nick Gillard gespielten Jedi Cin Drallig ist sein eigener Name - nur rückwärts gelesen.

Weblinks

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